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Pantha S. Müller | Schulleitung | Akupunktur | Fussreflexzonentherapie | QiGong

Jahrgang '59, Sternzeichen Fisch. Aufgewachsen in einer Großfamilie und geprägt von sozialistischen, freigeistigen Ideen, vorgelebt vor allem durch meinen Großvater, der mich an der Hand nahm und mir Freude an und Respekt vor allem Lebendigen zeigte.

Werte wurden mir vermittelt, auch solche, die bis heute tragen und Gültigkeit besitzen. Gemeinschaft, Zusammenhalt, Schutz des Schwächeren durch den Stärkeren, Pluralität der Meinungen.

 

Das Suchen beginnt

 Früh wurde ich politisch aktiv, engagierte mich, stellte in Frage, gründete Initiativen, war eine renitente, schwierige Jugendliche. Schule empfand ich als einschränkend, brach sie ab und wußte nicht weiter. Die Liebe zum Lernen war groß, aber auf diese rigide Art und Weise wollte und konnte ich es nicht.

Renitente Jugendliche sind nicht nur für ihre Umgebung anstrengend, sondern auch für sich selbst. Es ging mir nicht besonders gut, die großen Sinnfragen, die man zumindest in der Jugend stellen sollte, blieben zunächst unbeantwortet.

 

Die erste Ausbildung

 Als ich 19 war gab Bhagwan Shree Rajneesh mir erste Antworten und Entwicklungsmöglichkeiten. Ich ging in Therapie, lebte in Gemeinschaft, begegnete neuen Freunden und meditierte. Lernte leben, lieben, kommunizieren, fand Ausdruck und Worte, heilte meine Wunden.

Mein wichtigster Lehrer blieb 40 Jahre lang Derjenige, der mir die ersten Schritte in Richtung eines gesunden, freien und selbstbestimmten Lebens gezeigt hatte. Wir trafen uns wöchentlich und machten in einer kleinen Gruppe eine spannende Arbeit, Schattenarbeit. Schmerzhaft und befreiend war das, mir anzuschauen, welche Muster mein Verhalten bestimmen, wie lautstark meine Gedanken in mir toben und die leise Stimme meines Herzens übertönen. 

 

Die erste Selbstständigkeit

 Das Abitur holte ich nach, meine erste Selbstständigkeit, 1981 begonnen, machte mir viel Spaß und gelang, ein hübscher Laden in Bonn, heute Mode Kunst Café "Frau Holle".

Gleichzeitig leitete ich Abendgruppen, Meditationen, gab in Seminaren das weiter, was ich gelernt und mich "Fit for life" gemacht hatte. Ich hatte begonnen, Vertrauen zu fassen.

 

Fußreflexzonentherapie

 Fußreflex lernte ich 1988 von meiner Cousine, dann in langen Ausbildungen. Bis heute bin ich begeistert, es ist eine Methode, mit der man zu jeder Zeit die seelische und körperliche Gesundheit eines jeden Menschen verbessern kann.Die therapeutische Arbeit  zog mich in ihren Bann und ich wollte einen offiziellen Rahmen für sie schaffen; so  wurde 1998 eine "Heilpraktikerin in eigener Praxis" aus mir.

 

Chinesische Medizin

 Während meiner Heilpraktikerausbildung traf ich auf Marion Bartsch und die Klassische Chinesische Medizin - mit leuchtenden Augen begann ich Akupunktur zu lernen, hörte zum ersten Mal etwas über Taoismus, das Herz als Zentrum, als Kaiser, über Shen, den universellen Geist, durch den alles Leben entsteht und der sich über unser Gefühl mitteilt und über Qi, die vielgestaltige Lebensenergie, die alles durchfließt, belebt und verbindet. Durch Übung begann sich meine Wahrnehmung zu entwickeln - ein Prozeß, der mein Leben lang andauern wird.

Alles, was mir wesentlich zu sein schien -  den heilsamen Umgang mit Emotionen, Wertfreiheit, Körper, Seele und Geist als Einheit, das Einssein mit dem Universum - fand sich in der Klassischen Medizin Chinas wieder. Ein wunderschöner Blumenstrauß perfekter Harmonie.

Allmählich entwickelte sich in mir die Vorstellung, daß die Ursache für Krankheit immer in einer Trennung besteht; Trennung von Körper, Seele und Geist, Trennung von Menschen, Trennung vom Universum. Gleichzeitig erlernte ich potente Möglichkeiten zur Heilung. Jeder einzelne Akupunkturpunkt war versehen mit einem Charakter und einer Aufgabe im Zusammenspiel mit den anderen Punkten. Spannend war und ist es bis heute und ständig lerne ich dazu.

 

Lernen und Lehren

Zu früh verlor ich meine erste Lehrerin der Chinesischen Medizin an eine Krebserkrankung. Das autodidaktische Lernen und das Lehren an ihrer Stelle nahmen ihren Anfang. Es war, als hätte jemand einen Turbo eingeschaltet, schneller als mir lieb war wuchs ich in die Rolle einer Chinesischen Ärztin und Lehrerin hinein.

 Oft besuchte ich Fortbildungen, brauchte Antworten, die man nicht in Büchern findet, die nur von erfahrenen Ärzten mit offenem Herz und klarem Geist vermittelt werden können, nicht durch das geschriebene Wort. Aber auch nicht nur durch das gesprochene Wort allein.

So lernte ich beispielsweise Chi Nei Tsang, eine Massage der Bauchorgane; immer wieder buchte ich diesen Kurs, allein schon um sehen und spüren zu können, wie mühelos die Hand des erfahrenen Lehrers Gilles Marin in einem Bauch versinkt ohne daß der Patient Druck spürt oder gar Schmerzen hat.

 Ich lernte Qi Gong, eine Art bewegter Meditation, eine Möglichkeit sein eigenes Qi zu spüren, aufzubauen und weiterzugeben. Dabei traf ich auf den ebenfalls sehr erfahrenen Lehrer Carsten Dohnke. Bis heute nehme ich an seinen Trainings teil, lerne Qi Gong dadurch, daß ich seine Bewegungen imitiere, so gut ich kann, aber vor allem dadurch, daß ich mich in dem Feld bewege, das zu entfalten er in der Lage ist. 

 

Eine eigene Schule

 Das gemeinsame Unterrichten mit Kolleginnen, Akupunktur und Fußreflex, in verschiedenen Schulen und gefühlt an jedem Wochenende des Jahres ließ den Wunsch nach mehr Unabhängigkeit, mehr Freiheit und einem eigenen, geschützten Raum stetig wachsen. Schließlich  wagten wir den Sprung und gründeten 2010 ein eigenes Institut, eine eigene Schule, das XinBao-Institut in Köln. Der Schritt gelang, wir waren froh.

 

Abschied

 Eine Liedzeile von John Lennon und Yoko Ono lautet: Life is what happens to you while you`re busy making other plans.  2011 begann für mich eine Phase des Abschieds; Menschen, die mir viel bedeuten, gingen fort oder starben. Ich begleitete, versorgte, kümmerte mich und verlor dabei mein Vertrauen, meine Kraft, meine Mitte.

Ich erkrankte selbst an Krebs, 2017 wurde mir der Kehlkopf entfernt, seitdem mache ich eine Pause, besinne mich, lebe ein neues und erstaunlich gutes Leben.

 

Eine neue Phase

 2012 reiste ich monatlich nach München zu Volker Scheidt um Chinesische Arzneimitteltherapie zu lernen. Schnell merkte ich, daß ich nicht die nötigen Vorkenntnisse besaß, daß ich zunächst die Einzelkräuter kennen lernen mußte bevor ich selbst Rezepturen verordnen konnte. Dem Pathologie- und Physiologieunterricht dieses klugen und versierten Arztes der Chinesischen Medizin folgte ich jedoch begeistert und lernte viel dazu.

 Entscheidend jedoch war die Begegnung mit Donald Halfkenny, der im Nachbarraum Akupunktur unterrichtete. Magisch zog es mich in seine Nähe und in diesen Raum, dort war es still und konzentriert, Pulse wurden genommen - ich konnte durch´s Fenster schauen - lange und ausführlich, geheimnisvolle Nadeltechniken wurden geübt, Gelächter drang an mein Ohr und ich konnte mich des Gefühls nicht erwehren, falsch gebucht zu haben.

 Es gelang uns, ihn als Dozent zu gewinnen und es zeigte sich, daß es eine gemeinsame Qualität gab, die sich wiederum mit einem Zitat am leichtesten beschreiben läßt:

“Man sieht nur mit dem Herzen gut.”